Echtes Almleben, echte Produkte
Sobald es Wetter und Weideflächen zulassen, werden die Tiere aufgetrieben und die Hütte geöffnet. Von Beginn der Almsaison an wird die gesamte Milch direkt auf der Alm verarbeitet. Bis der erste Käse reif ist, vergehen allerdings rund fünf Wochen. „In dieser Zeit kaufe ich Käse von Bio aus dem Tal“, erzählt der Hüttenwirt. Auf der Twengeralm wird traditionelle Almwirtschaft gelebt. Die Milchkühe liefern die Grundlage für zahlreiche Spezialitäten aus eigener Herstellung. Gäste genießen hier frische Butter, Buttermilch, verschiedene Käsesorten sowie den typischen Lungauer Almkäse – einen Sauerkäse aus Magermilchtopfen. Die bei der Käseproduktion anfallende Molke wird an die Schweine verfüttert. Aus deren Fleisch entstehen wiederum Speck, Würste und Schinken, die ebenfalls auf der Alm serviert werden.


Auch sonst stammt vieles direkt vom eigenen Betrieb. Verarbeitet werden unter anderem Rindfleisch vom Biojungrind, Ziegenkitzfleisch sowie der Lungauer Eachtling. Dazu kommen hausgemachte Sirupe aus Zirbe, Holunder oder Minze, frische Bauernkrapfen, Almtopfenkuchen, Speck- und Käsebrote sowie herzhafte Almenjausen. In der Küche entstehen daraus typische Lungauer Schmankerl, wie das Lungauer Rahmkoch.


Almtypisch Aufgetischt
„Bei uns gibt es nur Produkte, die auf eine Alm passen. Und wenn etwas aus ist, dann ist es eben aus“, so Kocher. Qualität steht dabei an erster Stelle. Die Ansprüche und Erwartungen der Gäste seien in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Gleichzeitig erleben viele Besucher auf der Alm Geschmäcker, die sie so noch nie kennengelernt haben. Besonders die Buttermilch sorgt immer wieder für Überraschung. Als natürliches Nebenprodukt der traditionellen Butterherstellung schmeckt sie deutlich anders als die industriell hergestellten Produkte aus dem Supermarkt.



Das Leben auf der Alm wird von vielen romantisiert. Die Realität ist oft eine andere. Frühes Aufstehen, Kühe melken, Schafe und Ziegen versorgen, Käse herstellen und Gäste bewirten – die Arbeitstage sind lang und richten sich nicht nach Wetter oder Wochentag. „Das Almleben wird oft idyllisiert“, sagt Wolfgang Kocher. „Dabei ist es harte Arbeit, egal ob die Sonne scheint, es regnet oder sogar Schnee fällt. Und trotzdem lieben wir den Almsommer am Berg.“
Wer die Twengeralm besuchen möchte, erreicht sie vom Parkplatz Schaidberg bei Obertauern in rund 50 Minuten Gehzeit. Der Aufstieg führt über einen steilen Fahrweg durch die eindrucksvolle Landschaft der Niederen Tauern. Ein Besuch auf der Alm zeigt eindrucksvoll, wie viel Arbeit, Wissen und Leidenschaft hinter den Produkten steckt, die hier Tag für Tag entstehen.









