Der Rucksack ist gepackt, die Wanderschuhe sind geschnürt, es kann losgehen. Die kühle Morgenluft lässt einen tief durchatmen, während es in gemächlichem Tempo Schritt für Schritt bergauf geht. Die ersten Sonnenstrahlen kitzeln in der Nase und bringen die Berggipfel hoch oben zum Leuchten. Es muss nicht immer der Gipfel das Ziel sein, manchmal genügt auch schon die nächste Alm, um das Wanderherz höher schlagen zu lassen. Vor allem, wenn man die vielen Hüttenschmankerl denkt, die hier heroben liebevoll zubereitet und aufgetischt werden.
Gipfelerlebnis hoch über der Salzburger Sonnenterrasse
Egal, wofür man sich entscheidet, entlang des Salzburger Almenweges, der über 25 Etappen auf 350 Kilometern zu 120 Hütten führt, kann man aus dem Vollen schöpfen. Besonders aussichtsreich ist etwa die Etappe von Dienten zum Böndlsee – drei Gipfel liegen hier entlang des Weges. Gestartet wird im Ortszentrum von Dienten, das auch bequem mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist. Über die Bürglalm geht es in gut drei Stunden hinauf auf den 1.938 Meter hoch gelegenen Gipfel des Schneebergkreuz. Wer vom Aufstieg noch nicht aus der Puste gekommen ist, dem wird spätestens der sensationelle Rundumblick den Atem rauben. Richtung Süden geht es weiter über schmale Grate, vorbei an kleinen Seen und über idyllische Wald- und Almwege bis man schließlich den Gipfel des Hochegg erreicht und anschließend hinunter zum Gamskögerl wandert. Nach so vielen Gipfelerlebnissen knurrt zurecht der Magen. Zum Glück geht es ab jetzt bergab und mit der Vorfreude auf die hausgemachten Buchteln mit Vanillesauce, die auf der Meislsteinalm kredenzt werden, geht das Wandern gleich leichter. Nach der wohlverdienten Pause führt der Weg über die ebenfalls bewirtschaftete Hackeralm bis zum idyllisch gelegenen Böndlsee. Raus aus den Wanderschuhen, rein in die Badehose und ab ins kühle Nass. Von Goldegg aus kann man entweder mit dem (Wander)bus zurück nach Dienten fahren oder man gönnt sich eine Nacht im Hotel am Schloss in Goldegg und startet tags darauf zur nächsten Almenwegetappe über Lend nach Dorfgastein.


Kulinarik am Almenweg
Niemals schmeckt die Jause besser als nach einer Wanderung. Die Almleute servieren während des Salzburger Almsommers „Alpine Küche“ in Reinkultur: Die frische Milch von Kühen und Ziegen wird täglich zu Almbutter, Topfen und verschiedenen Käsesorten verarbeitet. Auch Würste, Fleisch und Speck stammen oftmals von den eigenen Almschweinen oder Rindern. Das selbst gebackene Bauernbrot ergänzt die typische Almjause. Wer es lieber süß mag, der freut sich nicht nur über Buchteln, sondern auch über Krapfen, Pofesen und Schwarzbeernocken. Verarbeitet wird auch das, was auf den Wiesen und Wäldern ringsum wächst. Süße Sirupe, fruchtige Marmeladen und natürlich darf zum Abschluss der Almjause der Vogelbeer- oder Zirbenschnaps nicht fehlen.







