Alpakaalm_Kitzsteingut_Bernhard Maurer und Pauli Kreuzberger beim Baumpflanzen

Wolle mit Mehrwert

Nachhaltig garteln mit Wollvlies: Auf der Alpaka-Alm in Wagrain entstehen aus regionaler Wolle innovative Produkte – vom Pflanzsack bis zum natürlichen Dünger.

Wer beim Garteln nicht nur bei den Pflanzen Wert auf Regionalität und Nachhaltigkeit legt, ist bei Bernhard Maurer auf der Alpaka-Alm in Wagrain genau richtig. In seiner kleinen Wollmanufaktur auf 1.265 Metern Seehöhe verarbeitet er die Wolle seiner rund 30 Alpakas sowie zugekaufte Alpaka- und Schafwolle aus der Region. Neben klassischen Produkten wie Mützen, Stirnbändern, Socken, Patschen und Schuheinlagen entstehen hier auch innovative Ideen für den Garten: etwa Pflanzsäcke aus Wollvlies. Selbst die bei der Produktion anfallenden Reste – sogenannter Wollmulch – werden weiterverwendet und eignen sich hervorragend als natürlicher Dünger.

Was das Vlies so wertvoll macht

Sowohl Alpaka- als auch Schafwolle enthalten viel Stickstoff – ein entscheidender Nährstoff für Pflanzen. Weil sich Wolle im Boden nur langsam zersetzt, gibt sie ihre Inhaltsstoffe über Wochen hinweg gleichmäßig ab. Das verbessert nicht nur die Bodenstruktur, sondern versorgt Pflanzen langfristig mit Nährstoffen. Ein weiterer Pluspunkt: Wolle kann große Mengen Wasser speichern – ein klarer Vorteil in trockenen Perioden. Mit diesem Wissen im Hinterkopf, tüftelte und experimentierte Bernhard Maurer so lange herum, bis er seinen Pflanzsack in größeren Mengen herstellte. Wertvolle Hilfe in der Erprobungsphase bekam er von Baumwart Pauli Kreuzberger. Der gelernte Koch – 35 Jahre arbeitete er auf der Mitterfeldalm am Hochkönig – lebte seine Leidenschaft für Bäume erst nach seiner Pensionierung so richtig aus. Mittlerweile ist er sogar Obmann des Obst- und Gartenbauvereins Bischofshofen.

 

Und so funktioniert´s

Zuerst wird der Pflanzsack mit etwas Erde befüllt, dann kommt der Baum samt aufgelockertem Wurzelstock dazu. In einem vorbereiteten Pflanzloch wird der Sack eingesetzt, mit Erde aufgefüllt und optimalerweise zusätzlich gedüngt. “Eine super Ergänzung zum Wollvlies sind die Düngepellets aus Schafwolle vom Rocherbauern in Abtenau”, meint der Gartenexperte. Um den Sack herum sorgen Kiesschichten für Stabilität und halten Mäuse fern. Wichtig: zwischendurch gut wässern, damit sich das Vlies vollsaugen kann. Zuletzt wird der Sack rund um den Stamm eingeschnitten, mit Erde bedeckt und mit Wollmulch abgeschlossen. Angeboten wird der Pflanzsack auf der Alpaka Alm und im Shop in Wagrain in zwei Größen, denn natürlich ist er nicht nur für Bäume geeignet.

Von der Wolle zum Vlies

Nach der Schur, die meist im Frühjahr ansteht, wird die Rohwolle von groben Verunreinigungen gereinigt, gewaschen, getrocknet und in der sogenannten Kardiermaschine aufgelockert und gekämmt. Dabei werden kleine Verfilzungen gelöst und die Wolle wird zu einem feinen Vlies geformt. Für Patschen, Taschen oder eben Pflanzsäcken werden mehrere Lagen in der Nadelfilzmaschine weiterverarbeitet, bis die gewünschte Filzstärke erreicht ist.

 

Tipps für Garten und Balkon

  • Alpaka- und Schafwollvlies eignet sich im Winter hervorragend als Kälteschutz. Dafür werden einfach schmale Vliesstreifen um den Stamm gewickelt.
  • Auch für Balkonkisterl sind Wollmulch und Düngepellets gut geeignet. Zusätzliche Filzeinlagen verhindert das Auslaufen von Gießwasser.

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