Obstpresse Bramberg_Apfelernte

Obstpresse Bramberg

Seit 20 Jahren verwandelt die Obstpresse Bramberg Äpfel, Birnen und andere Früchte aus dem Oberpinzgau in naturtrüben Saft. Was 2006 als gemeinschaftliches Projekt zur Erhaltung regionaler Streuobstwiesen begann, ist heute eine Erfolgsgeschichte: Rund 500 Mitglieder nutzen die moderne Pressanlage, jährlich werden rund 100 Tonnen Obst zu 50.000 bis 70.000 Litern Saft verarbeitet.

Wo aus Äpfeln flüssiges Gold wird

 

Obstanbau im Pinzgau? Was angesichts des alpinen Klimas zunächst überraschen mag, hat eine lange Tradition. Seit mehr als 150 Jahren gedeihen in geschützten Lagen des Oberpinzgaus Äpfel, Birnen und andere Obstsorten. Doch lange fehlte es an Möglichkeiten, die Ernte sinnvoll zu verwerten. Gleichzeitig drohten alte Streuobstwiesen und regionale Sorten nach und nach zu verschwinden. Aus diesem Grund entstand die Idee einer gemeinschaftlichen Obstpresse. Auf Initiative von Toni Lassacher, Obmann des Obst- und Gartenbauvereins Bramberg, und Christian Vötter vom Verein TAURISKA wurde 2006 im Wilhelmstall beim Museum Bramberg eine moderne Obstpressanlage eröffnet.

 

Obstbau mit langer Tradition

Von Beginn an ging es um weit mehr als das Pressen von Äpfeln: Ziel war und ist es, die regionale Obstkultur zu stärken und alte Sorten zu erhalten. Zur Eröffnung erhielt jeder Mittelschüler der Region einen eigenen Obstbaum. Die Aktion motivierte zahlreiche Familien dazu, selbst wieder Bäume zu pflanzen. Heute wachsen mehr als 20.000 Obstbäume in der Region. Im Obstlehrgarten „Pomarium“ werden historische Apfel- und Birnensorten bewahrt und Wissen rund um Anbau, Pflege und Verarbeitung weitergegeben. Bereits seit 2007 trägt der Bramberger Obstsaft das Prädikat „Genuss Region Österreich“.

Vom Apfel zum naturtrüben Saft

In der Obstpresse trifft moderne Technik auf sorgfältige Verarbeitung. 

Vom angelieferten Obst bis zum fertigen Saft sind es mehrere Schritte:

  • sorgfältige Kontrolle der Früchte
  • Waschen und Zerkleinern
  • Pressen und Zentrifugieren
  • schonendes Pasteurisieren bei rund 75 Grad
  • Abfüllen in 3-, 5- oder 10-Liter-Bag-in-Box-Verpackungen

Der Vorteil dieser Verpackung: Unter Luftabschluss bleibt der naturtrübe Saft lange haltbar. Auch nach dem Öffnen kann er über mehrere Monate hinweg genossen werden.

 

Gepresst wird während der Saison jeden Freitag ab 7 Uhr. Wann die Saison beginnt, entscheidet nicht der Kalender, sondern der Reifegrad der Äpfel. Durch den warmen Sommer konnte heuer bereits Ende Juli mit der Verarbeitung der ersten Äpfel begonnen werden. Neu hinzugekommen ist heuer eine Beerenpresse.

Nachhaltigkeit bis zum letzten Apfel

Aus dem bei der Pressung anfallenden Trester entsteht hochwertiges Apfeltresterpulver. Mit rund 40 Prozent Ballaststoffen und einem hohen Vitamin-C-Gehalt eignet es sich hervorragend zum Backen, Kochen oder als Zutat für Müsli und Smoothies. So wird aus einem vermeintlichen Nebenprodukt ein wertvolles Lebensmittel.

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