Sattelbauer_Leo Oberreiter mit Ziegen auf der Alm

Vom Einfachen das Beste!

Beim Sattelbauer in Flachau wird mit Herzblut gearbeitet, mit Überzeugung auf alte Rassen geachtet und mit Liebe gekocht.

Es ist ein besonderer Ort, hier oben auf 1.300 Metern. Man genießt den herrlichen Ausblick auf den Hausberg, den Lackenkogel, zum Grießenkar in Flachau oder zur imposanten Bischofsmütze und dem Dachsteinmassiv. Wer nach einer Wanderung auf den Lackenkogel oder vor einer Rodel-Partie im Winter zum Berggasthof Sattelbauer kommt und die Familie Oberreiter kennenlernt, spürt im Gespräch sofort ihre Leidenschaft für das, was sie tun.

 

Abzweigung Archehof

Leo Oberreiter junior führt den Betrieb gemeinsam mit seiner Frau Ulli und seinen beiden Kindern, nachdem er den Hof vor fünf Jahren von seinen Eltern Susi und Leo senior übernommen hat. Jung und Alt helfen zusammen, sonst würde vieles nicht funktionieren. Die Übernahme des landwirtschaftlichen Betriebs samt Berggasthof war ein Wendepunkt in seinem Leben, den er gemeinsam mit seiner Familie mit voller Überzeugung getroffen hat. Er krempelte den Betrieb um – der Sattelbauer wurde zum Archehof und ist durch die schon 2015 errichtete Photovoltaik-Anlage und die Erweiterung durch einen Speicher 2024 auch zu etwa 95 Prozent energieautark. Statt um „effiziente Tierhaltung“ ging es um das Kultivieren von alten Nutztierrassen, wie das Pinzgauer Rind, die Tauernscheckenziege, das Alpine Steinschaf und sogar Barockesel gezüchtet werden, von denen es nur mehr knapp 400 gibt. Vor allem die sogenannte „Dunkle Biene“ hat es Leo Oberreiter angetan, sie gilt als die ursprünglich heimische Honigbiene. Aber heute gibt es in Österreich nur noch rund 1.000 Dunkle Bienenvölker – 30 davon umsorgt Leo Oberreiter in Flachau und veredelt die Produkte zu Honig, Propolis, Oxymel und dem legendären Honigschnaps.

Mehrwert für die Gesellschaft 

"Als ‚normaler‘ Bauer stellt man nicht auf einen Archehof um, die Landwirtschaft rechnet sich auch so kaum. Dafür muss man einen Vogel haben“, erklärt Leo Oberreiter mit einem Lächeln. Während moderne Hochleistungszuchten auf maximalen Ertrag ausgerichtet sind, geht es bei den alten Nutztierrassen um Robustheit, Anpassungsfähigkeit, Qualität und Lebensleistung. „Während in der modernen Milchwirtschaft zum Beispiel Kühe oft nur 5 Jahre alt werden, werden sie bei uns zehn bis 15 Jahre alt.“ So wird der Archehof zum Gegenmodell zur auf Effizienz getrimmten Landwirtschaft. Doch Leo Oberreiter sieht darin auch einen Mehrwert für die Gesellschaft. „Warum sollen alte Rassen aussterben, nur weil sie ein paar Liter weniger Milch geben oder länger zum Wachsen brauchen? Sie sind Teil unserer Kultur und ein Stück lebendige Geschichte unserer Region.“

Urform der Gastronomie

Der Berggasthof ist das Herzstück des Familienbetriebes, bei dem die ganze Familie mithilft. Leo senior und Leo junior kümmern sich um die Landwirtschaft, Leo junior und seine Frau Ulli arbeiten im Berggasthof im Service, während Mutter Susi die Küche im Griff hat. Es greifen alle Rädchen ineinander, nur so kann die Kombination aus Landwirtschaft, Gastronomie und Familie funktionieren. Für Leo Oberreiter ist dies die Urform der Gastronomie – die Wertschöpfung bleibt so gut es geht am Hof. Denn viele der Zutaten stammen aus eigener Produktion. Kalbschnitzel gibt es nur, wenn ein eigenes Kalb verfügbar ist. Das Prinzip „Nose to Tail“ wird gelebt, denn jedes Tier wird mit Respekt verarbeitet. Neben den legendären Klassikern oder den berühmten „Susis Buchteln“, dem Alpen-Iso und der selbst angesetzte Honig- & Zirbenschnaps stehen auch besondere saisonale Spezialitäten auf der Speisekarte wie das Kitz-Bratl. Zum Fingerabschlecken gut sind auch die Ripperl. Da sie am Bauernhof keine Schweine züchten, bekommt er beste Fleischqualität vom Metzger Urban aus St. Johann im Pongau. Auf der Speisekarte können die Gäste genau nachvollziehen, woher die Produkte stammen, die in der Küche zu herrlichen Gerichten verarbeitet werden. „Wir haben ein Sterne-System“, erklärt der gelernte Koch Leo Oberreiter. „Ein Stern bedeutet, das Produkt kommt aus Österreich. Zwei Sterne kennzeichnen Produkte aus der Region. Drei Sterne bekommen Produkte aus unserer eigenen Landwirtschaft.“ Qualität die man schmeckt!

Hier gibts weitere
Almgschichtn

Zum Newsletter anmelden - Salzburg Schmeckt

Lust auf Neuigkeiten?

Einfach jetzt den Salzburg schmeckt Newsletter abonnieren und regelmäßig Infos per Mail zum regionalen Einkauf und Genuss erhalten.