Es grünt so grün…

Sobald der Frühling seine ersten Boten ausschickt, können wir seine schmackhaften Schätze bei einem Streifzug durch Wald und Wiesen entdecken. Die Rede ist von Kräutern und Wildkräutern wie Bärlauch, Giersch, Löwenzahn, Brunnenkresse, Brennnessel und Co. Viele heimische Kräuter und wild wachsende Frühlingskräuter sind kostbare Geschenke der Natur und wahre Kraftpakete sogenannte „Superfoods“ für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Die meisten Kräuter sind reich an Vitamin C und besitzen wichtige Mineralstoffe und Spurenelemente. Sie beinhalten zudem viele sekundäre Pflanzenstoffe mit gesundheitsfördernder Wirkung. Außerdem kurbeln sie den Stoffwechsel an und vertreiben die Frühjahrsmüdigkeit.

Bekannte Frühlingsboten

Bärlauch (Allium ursinum L.)

Bärlauch ist das erste essbare Grün, das im Frühling aus der Erde sprießt. Zu finden ist das wertvolle Kraut oft in Teppichen an Waldlichtungen und schattigen feuchten Böden. Aus einer länglichen Zwiebel, die von durchsichtigen Häutchen umgeben ist, entspringt ein Blatt-Stängel mit einer weißen sternförmigen Blüte. Die Pflanze riecht besonders beim Zerreiben sehr stark nach Knoblauch. Bärlauch-Blätter sollten vor der Blütezeit gesammelt werden, da sie in dieser Zeit das beste und feinste Aroma haben.

Bärlauch in der Volksmedizin:

Heilpflanzen wie der Bärlauch produzieren im Frühling reichlich Scharfstoffe und putzen beim Verzehr die Schleimhäute, Magen und Darm durch, was uns wiederum gegen Infektionen schützt.

Brennnessel (Urtica dioica L.)

Für viele Gärtner ist die Brennnessel ein lästiges Unkraut, das sich mit unangenehmen Waffen verteidigt. Das Kraut wächst in Gruppen auf nährstoffreichen Böden und ist sehr gut an den gesägten Blättern, die mit kleinen Brennhaaren besetzt sind, zu erkennen. Dadurch kann die Brennnesselernte zu einer etwas schmerzlichen Angelegenheit werden.

Brennessel in der Volksmedizin:

Allerdings macht das Wunderkraut jedes Brennen durch seine Inhaltsstoffe wett, enthält es doch sehr viel Eiweiß, Gerbstoffe, Vitamine, Eisen du viele sekundären Pflanzenstoffe. Die Brennnessel ist zudem eine wertvolle Heilpflanze, die unter anderem zur Entschlackung, bei Harnwegsinfekten, Rheuma und Gicht eingesetzt wird.

Brennessel in der Küche:

Die Brennnessel ist äußerst schmackhaft, und hat ungeahnte kulinarische Qualitäten. Ihr feines nussiges Aroma bereichert Brotaufstriche, Kräutersuppen, Saucen, Nockerl, Pesto, Omeletts und Risotto. Püriert sind Brennnesselblätter ein köstlicher Spinatersatz und geschnitten schmecken sie als Suppenkraut oder Zutat in verschiedenen Gerichten. In grünen Smoothies und als Tee ist die Pflanze ein richtiger Energiekick. Nicht zu vergessen sind die Brennnessel-Samen, die eigentlich eine Eiweißbombe darstellen. Mit ihrem nussigen Geschmack strotzen sie nur so vor Proteinen und werten jeden Salat, Aufstrich und jedes Müsli auf.

Brunnenkresse (Nasturtium officinale)

Im Frühling können Feinschmecker an Ufern von sauberen Wasserläufen, Gräben, Bächen und klaren Quellen Brunnenkresse finden. Sie ist eine kleine ausdauernde Pflanze die dichte Rasen bildet, kleine Blätter und kleine weiße Blüten aufweist. Brunnenkresse punktet mit ihren vielen Inhaltsstoffen wie Vitaminen, Eisen, Gerb- und Bitterstoffe und besitzt wie alle Kressearten Senföle.

Brunnenkresse in der Küche:

Dadurch schmeckt das heimische Kraut scharf würzig und leicht bitter und gibt Salaten eine extra pikante Note. Nebenbei lässt sich das Frühlingskraut hervorragend mit Zitrusfrüchten, Äpfel und Birnen kombinieren. Zudem lassen sich die klein geschnittenen Blätter in Topfenaufstriche, Kräuterbutter, zu Erdäpfelgerichten und zu gedünstetem Gemüse verwenden.

Giersch / Erdholler (Aegopodium podagraria)

Früher wurde Giersch in Klostergärten absichtlich kultiviert, um als Heilpflanze besonders gegen Gicht zu wirken. Heute wird er wohl zu den lästigsten aller Gartenkräuter abgestempelt, da seine langen weißen Wurzeln als nicht ausrottbar gelten. Giersch ist im Garten überall zu finden. Seine Blattform ist dreizählig und besitzt eine weiße kleine Blüte.

Giersch in der Volksmedizin:

Der Giersch punktet mit seinen ätherischen Ölen, Vitamin C, Eisen und vielen Mineralstoffen. Durch seine antibakterielle und antimykotische Wirkung ist der Giersch ein unerkanntes Heilkraut. Zudem wirkt er harntreibend, entzündungs-hemmend und entsäuernd.

Giersch in der Küche:

Als Beikraut wurde er im Mittelalter schon als Spinatersatz verwendet. Sein feiner Geschmack von Sellerie, Karotte und Pastinake ist in Salaten, Aufstrichen, Pesto, Eierspeisen und Suppen immer herzlich willkommen. An heißen Sommertagen kann Giersch auch für erfrischende Limonaden oder Smoothies verwendet werden.

Gänseblümchen (Bellis perennis)

Das Gänseblümchen ist die erste Blüte im Jahr, die aus der Wiese, dem Rasen und auch von Wegrändern lacht. Es heißt, es sei die „ewig Schöne“, da es das ganze Jahr über präsent ist. Das Gänseblümchen bildet eine Blattrosette, aus der ein kurzer, blattloser Blütenstängel entspringt, an dem obenauf die einzelnen weißen Köpfchenblüten sitzen.

Gänseblümchen in der Volksmedizin:

Das Gänseblümchen ist reich an sekundären Pflanzenstoffen, Gerb- und Bitterstoffen und ätherischen Ölen. Dem kleinen Blümchen wird eine überaus große Wertschätzung zur Behandlung von Gicht und Gelenksschmerzen zugeschrieben. Zudem wirkt es blutreinigend und saniert den Darm.

Gänseblümchen in der Küche:

Frisch gepflückt ist das kleine Blütchen ein besonderer Snack, den man auch einfach bei einem Spaziergang durch den Garten jausnen kann. Gänseblümchen passen aber auch gut zu jedem Salat, auf ein Butterbrot mit Schnittlauch und dürfen in keinem Frühlingsaufstrich fehlen. Mit dieser kleinen Blume dekorierte Gerichte sind ein besonderer Hingucker.

Löwenzahn (Taraxacum officinale Weber)

Der Löwenzahn mit seinen leuchtend gelben Blütenköpfen ist gerade im Frühling eine Augenweide auf den Wiesen. Bekannt als eine äußerst anpassungsfähige Pflanze, die sich mit jedem Boden zufrieden gibt, ist der Löwenzahn auch auf schlechten und steinigen Böden anzutreffen. Durch seine kräftigen Pfahlwurzeln ist die Pflanze fest im Boden verankert. Seine Blätter sind rosettenartig angeordnet und verschieden tief gesägt. Seine gelben Blütenköpfe sitzen am Ende eines hohlen Stängels der auch wie die Blätter und Wurzeln einen weißen Milchsaft führt.

Löwenzahn in der Voksmedizin:

Löwenzahn unterstützt den Stoffwechsel, da die enthaltenen Bitterstoffe Appetit und Verdauungssekrete anregen und ein wahres Tonikum für Leber und Galle darstellt.

Löwenzahn in der Küche:
Vollgepackt mit Vitaminen, Mineralstoffen, Bitterstoffen und enzymatisch wirkenden Stoffen schmecken die jungen Blätter kleingeschnitten als Salat oder Salatzugabe. Die Blätter können auch als eine Rucola-Alternative verwendet werden. Besonders gut schmeckt er mit warmen Erdäpfeln, gekochten Eiern, Kernöl und Apfelessig. Etwa für Pesto oder als Doping für Pizza und Pasta. Löwenzahnknospen können wie Kapern eingelegt werden und aus den Stängeln wird der „Röhrlsalat“ zubereitet. Aus den Löwenzahnblüten kann ein köstlicher Sirup und der berühmte Löwenzahnhonig gezaubert werden.

Vogelmiere (Stellaria media)

Ihren Namen verdankt das einjährige Kraut, das zur Familie der Nelkengewächse gehört der Tatsache, dass Vögel und Hühner gerne an den nahrhaften Blättern und Blüten zupfen. Die Vogelmiere ist überall verbreitet, besonders in unseren Gartenbeeten. Daher wird sie meist als Unkraut verkannt und ausgezupft.

Bei der mit den filigranen Blättern und kleinen weißen Blüten optisch ziemlich unscheinbaren Vogelmiere zählen die inneren Werte.

Sie ist sowohl in der Küche als auch als Heilpflanze zu verwenden.

Vogelmiere in der Volksmedizin:
Durch ihren Vitamin A, B, und C und dem hohen Eisengehalt sowie ihrer vielen sekundären Pflanzenstoffe ist das zarte Kraut vielseitig verwendbar. In der Volksmedizin wirkt die Vogelmiere schleimlösend und unterstützt die Nierentätigkeit. Äußerlich angewendet ist eine Creme aus Vogelmiere ein heilender Balsam für die Haut. Auch können Hautausschläge, Schürfwunden und Augenleiden mit einer Vogelmieren-Tee-Abkochung erfolgreich behandelt werden.

Vogelmiere in der Küche:

Auch wenn die Vogelmiere direkt vor unserer Haustüre zu finden ist, kommt sie nur selten auf den Teller. Sein mild-nussiges Aroma erinnert an eine Mischung aus jungem Mais und Zuckererbsen. Verarbeitet wird das kraftvolle Kräutlein roh in Salaten, Aufstrichen in Wildkräutersuppen oder in Smoothies aufs Butterbrot oder in Pesto. Besonders schmackhaft ist ein Pesto aus Vogelmiere kombiniert mit Giersch oder Brennnesselspitzen, welches sehr gut mit Spargel harmoniert.

Sauerampfer (Rumex acetosa)

Ein Kraut dass uns auch als „Schneiderkas“ an die Kindheit erinnert, welches wir bei abenteuerlichen Streifzügen durch die Frühlingswiesen gejausnet haben. Der Sauerampfer ist eine Staude aus der Familie der Knöterich-Gewächse mit pfeilförmigen Blättern die auf einem langen Stiel sitzen. Der Sauerampfer wächst auf feuchten Wiesen, an Ufern und Gräben. Die jungen Blätter im Frühling sind frisch gepflückt besonders aromatisch.

Sauerampfer in der Volksmedizin:

Sauerampfer ist nicht nur köstlich sondern auch gesund. Bereits im Mittelalter war er als guter Vitamin C Lieferant bekannt. Das Wildkraut punktet mit einen hohen Eisengehalt, Vitamin A, Magnesium und viele Bitter- und Gerbstoffe, die den Appetit anregen und die Lebertätigkeit unterstützten. Sauerampfer sollt frisch in Salaten, auf das Butterbrot, in Aufstriche oder einfach nur blattweise genossen werden.

Lungenkraut (Pulmonaria officinalis)

Das Lungenkraut ist ein ganz besonderer Frühlingsbote der mit seinen rötlich und blauviolett gefärbten Blüten und auffallend weiß gefleckten Blättern unsere Aufmerksamkeit erweckt. Zweierlei Blütenfarben an einer Pflanze sind eine sehr seltene Erscheinung. Das Phänomen ist abhängig vom Säuregehalt im Zellsaft der Blüten. In den jungen Blüten ist der Zellsaft sauer und daher rot gefärbt. Einige Tage nach dem Aufblühen wird dieser basisch und färbt in der Folge die Blüten blauviolett.

Das Lungenkraut ist in unseren Breiten besser bekannt als Hänsel und Gretel. Der Name Lungenkraut leitet sich vom lateinischen „Pulmo“ für Lunge ab und die Blätter erinnern an die Umrisse der menschlichen Lunge. Das interessante Kräutlein ist in schattigen Laubwäldern, unter Gebüschen und Hecken zu finden.

Lungenkraut in der Volksmedizin:

Das Lungenkraut punktet mit vielen wertvollen Inhaltsstoffen ist reich an Mineralien, Saponinen, Schleim- und Gerbstoffe.In der Volksmedizin wird das Lungenkraut wegen seiner schleimlösenden Wirkung, als Tee bei bronchialen Beschwerden, Husten und Entzündungen im Magen- und Darmbereich erfolgreich angewendet.

Lungenkraut in der Küche:

Die Blüten des Lungenkrautes geben jedem Salat, jedem Aufstrich und jedem Gericht einen besonderen optischen Kick.

Holunderblüten (Sambucus nigra)

Der Holunder ist seit je her eine geschichtsträchtige und mystische Nutzpflanze.

Im ganzen Alpenraum kommt vor allem der schwarze Holunder, der im Volksmund gern Holler genannt wird, vor. Namensgebend für den schwarzen Holunder sind die Beeren und nicht die Blüten. Er steht am Waldrand, auf Abhängen und gerne hinter Häusern und an Gehöftmauern. Seit Jahrhunderten wird der Holunder als Schutz- und Schwellenpflanze für den Menschen sehr verehrt und erweist auch als Räucherpflanze sehr gute Dienste.

Unser heimischer Holunder präsentiert sich im Frühjahr über und über mit prächtig weißen und duftenden Holunderblüten. Im Herbst hingegen trägt er die tiefschwarzen Beeren mit ihrem dunkelroten Saft, die eine Vielzahl an Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen beinhalten.

Holler in der Volksmedizin:

Aufgrund seiner einzigartigen Farbe und des Geschmacks sind beim schwarzen Holunder sowohl die Blüten als auch die Beeren in der Küche und als erstaunliches Heilmittel beliebt. In der traditionellen Volksmedizin werden Holler-Blüten gegen Entzündungen, grippalen Infekten und als Schweißtreiber gegen Fieber verwendet. Dass man vor jedem Holler-Strauch den Hut ziehen soll kommt von der heilsamen Wirkung der Pflanze und wegen der guten Hausgeister.

Holler in der Küche:

In der Küche findet Holunder ein breites Spektrum an Anwendungsmöglichkeiten. Die Blüten werden zum beliebten Holler-Sirup angesetzt als Beigabe zu Erdbeermarmelade, in ein Biskuit eingebacken, für Cremen und Sorbet oder für Tee getrocknet.

Waldmeister (Galuim odoratum)

Der Waldmeister ist seit Alters her eine beliebte Würz- und Arzneipflanze. Das zarte Kraut ist auch unter den Namen Maikraut, Leberkraut oder Waldtee bekannt.

Der Waldmeister ist ein kleines feines Kraut mit weißen Blüten. Er wächst hauptsächlich in kühleren Waldregionen, vorzugsweise in Buchenwäldern, wo er durch lockere bodendeckende Teppiche, große lichte Stellen bedeckt. Die Blätter und die sternförmig angeordneten weißen Blüten sind fein und verströmen einen angenehmen Duft. Waldmeister kann auch im Garten problemlos gepflanzt werden wo er aber im Laufe der Jahre viel Platz für sich beansprucht.

Waldmeister in der Volksmedizin:

Waldmeister ist ein aromatisches Kraut, das sehr gerne in Getränken, Cremen, Gelees und Eis verwendet wird. Achtung, getrockneter Waldmeister enthält Cumarin, das bei einer Überdosis zu Schwindel und Kopfschmerzen führen kann. In der Volksmedizin wirken die Blätter des Krautes entzündungshemmend, krampflösend, gefäßerweiternd und beruhigend.

 

Löwenzahn-Sirup

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Kräuter-Laibchen

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