Auf „Du und Du“ mit Esel und Kuh

Auf dem romantisch gelegenen Biobauernhof in St. Johann im Pongau bekommen Kinder das, was für sie besonders wertvoll ist: Die Berührung mit der Natur. Geführt wird der besondere Hof von Johann Rohrmoser und seiner Frau Conny, einer Kindergartenpädagogin, die auch tiergestützte Pädagogik und Schule am Bauernhof anbietet. Ich besuche diesen Hof, weil ich als Psychotherapeutin finde, dass dieser Zugang eine abwechslungsreiche und wirksame Methode ist, dem Kind Selbstvertrauen zu geben und ihm den Zugang zum gesunden psychischen Leben zu ermöglichen.

 

„Abenteuer“ Schule am Bauernhof

Die (Handspielpuppen-)Kuh „Zenzi“ erzählt den Schülern vom täglichen Bauernhofleben. Brot aus Biomehl aus der Lungauer Ottingmühle wird gebacken, Kartofferl werden gesetzt und geerntet, Tiere gefüttert und vieles mehr. „Ich gebe den Kindern das selbst gemachte Gebäck mit nach Hause, aber die meisten Kornweckerl kommen dort nicht an, weil sie am Heimweg schon gegessen werden!“ lacht Conny. Die Mutterkuhhaltung wird vorgezeigt, und was den Kleinen dabei besonders gefällt: Die Kälber dürfen bei ihren Müttern bleiben. Auch der jahreszeitliche (Bio-)Kreislauf des Hoflebens wird den Kindern anschaulich vermittelt. „Jetzt ist gerade Apfelzeit, darum pflücken und kochen wir sie heute!“ sagt Conny und bereitet für Mittag einen Apfelstrudel vor. Da muss ich doch gleich nach dem Rezept fragen. „Im Frühling gibt es Butterbrot mit Gänseblümchen und zu Ostern lernen wir alles über das Ei!“ setzt sie fort und beißt in einen frisch, von ihrem aufgeweckten Sohn David, geernteten Apfel.

 

„Am liegenden Schwein Luna fast eingeschlafen…

…ist einmal ein Bub, der zur Therapie wegen ADHS, einer Aufmerksamkeitsstörung, bei uns war!“ erzählt Conny lachend, „da sieht man, wie die geschulten Tiere nervöse Kinder beruhigen können!“ Das entgegengebrachte Vertrauen des Tieres springt auf den Menschen über. Bildung und Erziehung sind in einem spielerischen Rahmen und geben dem Kind Ruhe und Selbstbewusstsein. Ausdauer, Konzentration, Selbstvertrauen und Selbstwahrnehmung werden dabei massiv verbessert.

„Wenn sich Kinder in einer Kuhherde bewegen, fangen sie immer zu flüstern an, weil Kühe so eine „mütterliche“ Ruhe ausstrahlen“, stellt Conny weiter fest, während sie Stella, ein Therapiehuhn, auf den Arm nimmt und mir zum Streicheln gibt. Stella ist übrigens mein erstes Huhn, das ich je „g´hoppert“ habe. Weich, leicht und warm fühlt sich das süße Henderl an – ich glaub´ die Therapie wirkt auch schon bei mir!

 

Siloballenhupf´n is soooo lustig

Kinder, die am Hof Urlaub mit ihren Eltern machen, bekommen, wenn sie wollen (und sie wollen fast immer), eine kleine Einschulung und haben dann verantwortungsvolle Aufgaben zu erledigen. Die Chinchilla-Hasenfütterung ist zum Beispiel sehr beliebt oder das Esel-Bürsten. Auf der „Gaudi-Rangliste“ am Hof ist aber das Springen von einem Siloballen zum nächsten die Nummer eins, erzählt Conny. Ihre Söhne David und Philip tollen währenddessen im frischgemähten Heu umher, zum Familienfoto legen sie sich ins trockene Gras und lachen glücklich in meine Kamera. Das sieht nach gesunder Kindheit aus!

 

Bio-Jungrind schmeckt einfach besser

„Wir haben uns der Mutterkuhhaltung verschrieben, nachdem wir vor sieben Jahren den klassischen Milchbetrieb aufgegeben haben!“ erzählt Conny. „Der Milchkuhbetrieb ist zeitlich wesentlich aufwendiger und unflexibler als die Mutterkuhhaltung. Außerdem kann hier das Kalb bei der Mutter im Sommer auf der Weide oder im Winter im Laufstall bleiben und es ist daher eine sehr ursprüngliche und natürliche Wirtschaftsweise. Unser Bio-Jungrindfleisch gibt es nur exklusiv bei der österreichischen Bio-Produktlinie „Ja! Natürlich“ und zeichnet sich durch seinen besonderen Geschmack aus. Das Fleisch ist feinfaserig, durch eine ausreichende Fleischreifung besonders zart und zu 100 % gentechnikfrei. Mit maximal 12 Monaten und mindestens 190 Kilogramm werden die Jungrinder nach kurzen Transportwegen geschlachtet.“ erklärt mir Conny.

 

„Bauernhof ist cool!“…

…finden die Mitschüler von David und Philip und recht haben sie. „David möchte den Hof einmal führen, Philip will sowieso Koch werden!“ sagt Conny zuversichtlich, dass das Lebenswerk von ihr und ihrem Mann einmal weitergeführt wird.

„Wir haben das Land nicht von unseren Eltern geerbt, sondern für unsere Kinder gepachtet!“ ist das Motto vom Familienvater Johann Rohrmoser. Damit man diese Einstellung auch live spüren kann, sollte man mit seinen Kindern einmal einen Ausflug zum Biohof Rohrmoser machen und in das Urlaubsparadies eintauchen! Viel Spaß dabei!

 

Kontakt:

Biobauernhof Reiterhof

Familie Rohrmoser
Maschl 3
5600 St. Johann / Pg.
+43 664 2531605

info@reiterhof.co.at

www.reiterhof.co.at

 

Apfelstrudel – Rohrmosers Lieblingsrezept

Köstlicher Apfelstrudel mit Äpfeln aus dem eigenen Garten ist das Lieblingsrezept vom Biohof Rohrmoser in St. Johann.

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