Zu Besuch bei Andrea und Reinhard Mayrhofer und ihren 250 Bienenstöcken

Der Schnee liegt meterhoch auf den Wiesen und auch die Bienenstöcke der Familie Mayrhofer in Bischofshofen sind nahezu verschwunden. Das Summen der Bienen ist fast verstummt, nur ganz leise kann man sie im Bienenstock hören. Jetzt leben die so genannten Winterbienen in ihrer Wohnung. Sie fliegen kaum aus und pflegen keine Brut, wie es ihre Kolleginnen im Sommer tun. Dicht zusammengekuschelt verharren sie in einer Traube und naschen an den Honigvorräten. „In dieser Zeit bin ich ein stiller Beobachter,“ erklärt Imkermeister Reinhard Mayrhofer, „ich sorge dafür, dass die Bienen in der Winterzeit nicht gestört werden. Jede Erschütterung würde Unruhe unter den Bienen auslösen, sie würden sich voneinander lösen und die Kälte würde ihnen Probleme bereiten.“ Eine wichtige Aufgabe des Imkers im Winter ist es, die Bienenstände auf etwaige Störenfriede wie beispielsweise den Specht zu kontrollieren und zu überprüfen, ob sie gegen Wind und Wetter gesichert sind.

 

Ein Herz für die Bienen

Reinhard Mayrhofer hat seine Faszination für die Bienen bereits sehr früh entdeckt. Als 13-jähriger Junge bekam er vom Onkel die Verantwortung für seinen ersten Bienenstock übertragen. Seitdem hat ihn die Begeisterung für die eifrigen Insekten nicht mehr losgelassen. „Sogar meine Frau habe ich damit angesteckt,“ schmunzelt Reinhard Mayrhofer, „gemeinsam haben wir die Ausbildung zum Facharbeiter an der Landwirtschaftsschule absolviert“. Mit rund 100 Völkern starteten Andrea und Reinhard im Nebenerwerb gemeinsam ihre Bienenzucht. Heute, 16 Jahre und drei gemeinsame Kinder später, arbeiten beide hauptberuflich in der familiengeführten Imkerei. Das eigens errichtete Imkerei-Betriebsgebäude liegt hoch über Bischofshofen auf 1000 Meter Seehöhe und ist der Hauptstandort der 250 Bienenstöcke von Familie Mayrhofer. „Bei der Planung und der Umsetzung unseres neuen Betriebsgebäudes haben wir ein besonderes Augenmerk darauf gelegt, dass später ein optimaler Produktionsablauf möglich ist,“ erklärt der Imkermeister. Beispielswiese ermöglicht die Temperatur im Keller eine perfekte Lagerung der benötigten Imkerei-Materialien, wie die Rähmchen für die Bienenstöcke.

 

Die Arbeit eines Imkers im Winter

Im Winter findet die Arbeit des Imkers hauptsächlich indoor statt. Die Rähmchen werden gereinigt und mit neuen Wachsplatten bestückt, außerdem werden alte oder beschädigte Teile der Bienenwohnungen sorgfältig erneuert. Reinhard Mayrhofer erledigt dies alles selbst in seiner eigenen Holzwerkstatt: „Über die Wintermonate habe ich Zeit Neues auszuprobieren, zu verbessern und in Ruhe zu tüfteln.“ Während ihr Mann in der Werkstatt beschäftigt ist, kümmert sich Andrea gemeinsam mit ihrer großen Tochter um die Kerzenproduktion. Aus dem Überschuss an Bienenwachs, der nicht für den Bienenstock verwendet wird, stellen sie hochwertige Bienenwachskerzen. „Unsere Kerzen sind zu 100 Prozent aus unserem eigenen Bienenwachs gefertigt. Wir kaufen nichts zu und verwenden auch kein Paraffin!“ ist Andrea Mayrhofer stolz. In Handarbeit reinigt und klärt sie das Bienenwachs und verwendet dieses als Grundlage für die Bienenwachskerzen. Die Kerzen werden gedreht, in verschiedene Formen gegossen und anschließend per Hand von Mutter und Tochter bemalt.

 

Lange gerührt wird’s am besten!

Jeder Bienenhonig kristallisiert früher oder später, wer das nicht möchte greift zum Cremehonig. Die Herstellung dieses Bienenproduktes findet in der kalten Jahreszeit statt, denn erstens benötigt man viel Zeit dafür und zweitens einen kühlen Raum. Der Fachmann erklärt: „Wenn der Honig kristallisiert entstehen große Kristalle, diese zerreibt man durch sorgfältiges Rühren.“ Bis zu 14 Tage lang rührt Reinhard Mayrhofer ein bis zweimal am Tag den Blütenhonig – so lange bis eine cremige Konsistenz entsteht. Der perfekte Cremehonig hat einen einheitlichen Farbton und schmilzt gut am Gaumen.

 

 

Gutes aus Honig

Das wertvolle Naturprodukt ist Grundlage für verschiedenste Honigprodukte. Familie Mayrhofer produziert die beliebten Honigsorten Blüten- und Waldhonig sowie den Cremehonig. Besonders gefragt ist ihr Bienengold, eine Mischung aus Cremehonig mit Propolis, Gelee Royale und Blütenpollen. Klar, dass die Produkte auch mit dem SalzburgerLand Herkunfts-Zertifikat ausgezeichnet sind.
Im hauseigenen Hofladen gibt es noch viele andere Bienenprodukte wie Propolis-Tropfen, Honigwaben, Honigessig, Met Honigwein sowie Honigpunsch mit und ohne Alkohol. Ein Geheimtipp ist Perga, das so genannte Bienenbrot! Blütenpollen werden in den Zellen eingelagert, diese werden mit einer sehr dünnen Honigschicht überzogen und anschließend fermentiert, getrocknet und handverlesen. Perga gilt als heimisches Superfood, da es eine beachtliche Menge an Eiweiß, Vitaminen, Mineralstoffen und sekundäre Pflanzenstoffen enthält. 

 

Die Geschichte wurde dem Salzburg schmeckt Magazin entnommen. Weitere spannende Reportagen, Tipps und Ideen für die Winterzeit finden Sie in der Ausgabe 2_2020. 

 

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