Zu Besuch bei Jakob Steffner und seinen Bienen in Altenmarkt

Ohne auch nur ein Wort mit Jakob Steffner gewechselt zu haben, war die Leidenschaft zur Imkerei sofort spürbar, als ich den Imker bei einem seiner Bienenstöcke besuchte. Gleich am Beginn erklärte mir Jakob, dass seine Bienen sehr friedlich sind und ich ohne Imkeranzug den Stand betreten könne. Ohne zu zögern, wagte ich den Schritt mitten hinein zu den fleißigen Honiglieferanten.

Die Bienen ließen sich tatsächlich von meinem Besuch nicht stören. Es scheint, als ob die Bienen eine friedliche Königin haben, denn davon hängt der Charakter des Bienenvolkes ab.
 

Vom Laien zum Facharbeiter

Bereits Jakobs Vater und einige seiner Onkeln waren Imker. Also lag es nahe, dass auch er sich früher oder später der Imkerei widmete.

Als er 2015 mit 3 Bienenvölkern startete, erkannte er jedoch gleich, dass ihm das nötige Wissen über die Imkerei fehlte, denn voller Mitleid musst er zusehen, wie seine Bienen von der gefürchteten Varroamilbe dahingerafft wurden. 

Nach einem weiteren Fehlstart beschloss er, 2017 den Facharbeiter für Bienenwirtschaft in Salzburg zu machen. Diese umfangreichen Ausbildung und der Wissensaustausch mit den anderen Kursteilnehmern machten aus Jakob einen Imkerei- und Bienenspezialisten. Mittlerweile ist Jakob Obmann des Imkereivereins Altenmarkt und Umgebung.

 

Der Aufbau des Bienenstocks

Während unseres Gesprächs beobachte ich fasziniert das emsige Treiben und Summen um uns herum. Wie denn so ein Bienenstock eigentlich aufgebaut ist, erkundige ich mich. 

Im Innern des Bienenstocks sind zahlreiche Boxen, sogenannte Beuten, aufgestellt. Hier fliegen die Bienen durch kleine Schlitze ein und aus. Diese Beuten sind zweigeteilt und bestehen aus dem Brut- und dem Honigraum. Diese Teilung sorgt für höchste Qualität des Honigs. Andernfalls seien Rückstände von der Brut der Bienen im Honig enthalten und dieser wäre nicht mehr strahlend hell, sondern dunkel gefärbt, so Jakob Steffner.
Übrigens, in einer Beute befindet sich ein Bienenstamm mit zirka 50.000 Bienen. Jakob besitzt derzeit 16 Bienenvölker.

 

Warum nun ist es so wichtig, regionalen Honig zu kaufen?

Eigentlich ist diese Frage sehr einfach zu beantworten. In erster Linie werden die hier ansässigen Imker und deren Bienen in ihrer Arbeit unterstützt. Wie wir vielleicht noch aus dem Bio-Unterricht in der Schule wissen, bestäuben diese fleißigen Tierchen bei ihren Rundflügen unzählige Blumen und Obstbäume. 90 % der Obstbaumblüten werden von den Bienen bestäubt. Bis zu 120.000 Flugkilometer legen Bienen für ein halbes Kilogramm reinsten Honig zurück.

Honig aus der Region zu kaufen ist also ein Garant für Reinheit und Qualität. Die österreichische Verordnung für die Gewinnung von Honig ist sehr streng gehalten. Somit kann der Konsument sicher sein, ein reines Naturprodukt zu erwerben.

 

Almrausch-Honig, Blüten-Honig, Wald-Honig

In den Bienenstöcken von Obmann Steffner werden jährlich rund 300 kg reinsten Honigs produziert: Blütenhonig, Cremehonig, Waldhonig und der etwas rare Almrausch-Honig.

Sein hochqualitativer Honig wird ausschließlich in Halbkilogläsern abgefüllt, da durch zu viel Licht und Wärme die wichtigen Inhaltsstoffe des Honigs mit der Zeit zerstört werden.
 

Der Preis von Euro 8,00 für eine halbes Kilo Honig ist mehr als gerechtfertigt, wenn man bedenkt, dass es sich um ein reines Naturprodukte handelt und dafür 40.000 Flüge der Bienen notwendig sind.

Wer nun schon das Geldbörsel geholt hat, um zu Jakob Steffner Jakob nach Altenmarkt zu fahren, um Honig zu kaufen, muss sich noch etwas gedulden. Der heurige Honig ist gerade bei der Produktion und der vom letzten Jahr ist schon vernascht.

 

Ein Tipp vom Profi: Honig einfrieren und vor Gebrauch in einem Wasserbad von 40 Grad vorsichtig auftauen, um die mehr als 180 verschiedene Inhaltsstoffe, wie Enzyme, Proteine und Flavonoiden nicht zu zerstören, welche allesamt hochwirksam für die Linderung von allerlei Beschwerden sein können.

 


Zurück
Nach oben