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Von A(raber) bis Z(eller) – alle finden das Augut gut

Wo fleißige „Pinzgauer Bienen“ am Werk sind

„Jeden Tag was Neues, nütze den Tag und jeden Tag Vollgas“ sind die Leitsätze der Familie Pichler und ihren zwei Helferinnen Susanne und Daniela. Sie führen zusammen den GenussBauernhof* so fleißig, wie die eigenen Bienen den Honig sammeln. Hier wird alles hergestellt, was das Herz begehrt: Würste und Schinken vom Schwein, Wild (aus der eigenen Jagd) und vom Rind der GenussRegion Pinzgau Rind. Duftendes, würziges Roggenbrot, mit knuspriger Kruste, Butter, Käse, fruchtige Marmeladen, Säfte, Schnäpse aus der eigenen Brennerei, Most von den Streuobstwiesen vor der Haustüre und der goldene Honig. Ein Schlaraffenland, das für einen Österreicher schon eine wahre Genussfreude verspricht, aber für Touristen, von denen es in der Region Zell am See im sonnigen Pinzgau viele gibt, ist es eine wahre Sensation. Vor allem arabische Gäste zieht es magisch an, darum ist der Hofladen am Augut auch auf Arabisch angeschrieben. Ein ungewöhnlicher Anblick auf einer Almwiese, aber es beweist, dass authentische Esskultur ein Aushängeschild für ein Land ist. Ein Kulturgut, das durch den Magen geht.

Immer der Nase nach

 

Zu Besuch am Augut

Wie immer, wenn ich einen Bauernhof besuche, begrüßt mich als erstes der Hofhund. In diesem Falle war es der zutrauliche Kappa, der sogar mit der Hofkatze Tequilla schmust. Als nächstes weht mir ein würziger Duft über die saftigen Hofwiesen, der eindeutig einem frischgebackenen Brot zuzuordnen ist, entgegen. Ich folge der Nase und werde direkt in den Hofladen geführt, in dem mich Frau Ingeborg Pichler auch gleich zu einer Hofführung empfämgt. Der erste Stopp ist das Käsekammerl, in dem dekorativ Vollmilch-Käselaibe auf ihr richtiges Reifestadium warten. Bockshornklee-Käse ist momentan die Lieblingssorte von Frau Pichler, aber jetzt im Frühling ist auch der Bärlauchkäse ein Renner bei den Kunden. Für die berühmten Pinzgauer Kasnocken nimmt man übrigens einen mageren Käse, damit er sich besser auf den Nocken zieht. Kleine Laibe reifen hier vier Wochen, große bis zu fünf Monate, und sie werden immer fürsorglich von der Familie gehegt und gepflegt, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.

 

Schlachtkammer „to rent“ und ein tonnenschweres Tier im Stall

In der Schlachtkammer am Hof, die 10 m vom Kuhstall entfernt liegt, ist es möglich, sein eigenes Nutzvieh zu schlachten, weil Familie Pichler sie vermietet. Wenn sie sie selbst nützt, werden Blutwürste und feine andere Schlachtplattenwaren auf Bestellung hergestellt. Im Herbst ist die Hochsaison der Fleischverarbeitung, im Sommer stehen die Ochsen auf der Alm und die Kühe bleiben auf den Wiesen im Tal. „Die älteste Kuh im Stall ist 14 Jahre alt. Solange sie einmal im Jahr kalbt und Milch gibt, bleibt sie bei uns. Die Ochsen werden nach drei Almensommern geschlachtet. Im Sommer sind dann Schweine im Kuhstall, damit der Stall ausgelastet ist.“ Dass die Frischfleischwaren reißenden Absatz finden, weil sie so authentisch schmecken, ist klar.

Weniger klar war mir bisher, dass ein Stier bis zu einer Tonne wiegt – und so ein Exemplar wächst im Viehstall im Nachbargebäude des Hofladens heran. Imposant sieht der Zuchtstier aus und er würde sich auch seiner Autorität bewusst sein, würde sie ihm zuerkannt werden. Aber das darf nicht sein, denn sonst wäre dieses unglaublich schwere Tier absolut lebensgefährlich für die Bauern. „Der Stier muss unter dem Bauer sein!“ heißt es bei den Viehhaltern. „Ein prinzipiell böses Rind gibt es nicht. Vieh verteidigt auf der Alm nur die Jungtiere. Einfach sich den Rindern auf der Alm nicht nähern, die Hunde anleinen und zügig an der Herde vorbeigehen, dann werden sie auch den Wanderer nicht attackieren!“ coacht mich Frau Pichler für meinen nächsten Almenausflug, während sich ein junges Kälbchen langsam aber sicher meinen Schal vom Hals in den Stall zu sich zog und genüsslich daran saugte.

 

Rückenmassage, Rangordnung und käsige Hochzeitstorten

Während mir Frau Pichler zeigt, dass die Kühe im Laufstall die Hörner behalten dürfen, weil sie selbst die Rangordnung unter sich ausmachen, beginnt eine Kuh genüsslich ihr Hinterteil mit der elektrischen Bürste zu reiben. „Wir haben hier besondere Massagebürsten, damit sich die Kühe immer sauber halten und zugleich eine Massage bekommen – sie nehmen das gerne an!“ lachte die engagierte Bäuerin.

 

140 Liter Milch werden täglich am Hof verarbeitet. Im Käseproduktionsraum nebenan, in dem die gemolkene Milch gleich durch einen Schlauch in die Kessel transportiert wird, liegt ein weißer Käselaib, der wie eine weiße Hochzeitstorte aussah. „Der ist von heute morgen. Er muss zum Reifen jetzt dann in die Reifekammer, wo wir zuerst schon waren. Unsere Kühe geben Milch, die Milch wird zu Käse, die Molken verfüttern wir dann den Schweinen, wenn sie im Sommer bei uns sind. So ist der Kreislauf am Hof am Wirtschaftlichsten und Natürlichsten.“ stellte Frau Pichler zufrieden fest.

 

Brodelnde Marmeladen und arabische Widmungen

Wir gehen zurück zum Hofladen und sehen die ausgelernte Jungbäuerin Melanie Pichler Holz streichen. „Unsere Melanie ist am Hof angestellt, die anderen zwei Töchter helfen am Hof mit, wenn es ihnen möglich ist. Sie ist mit Leib und Seele Bäuerin!“ erklärte die stolze Mutter.

In der Küche neben dem Hofladen köchelte bereits eine Brombeermarmelade vor sich hin. Das Rezept ist ganz einfach: 1:1 Zucker und Frucht, fein passiert und in ein mit Rum ausgeschwapptes Glas eingefüllt. Fertig ist der feine Fruchtgenuss.

 

Mit einer Kuh und dem Hof hat die Erfolgsgeschichte bei den Pichlers angefangen, dessen Familienvater vollzeitmäßig bei der Seilbahn arbeitet. Vor zwölf Jahren standen sie vor der Alternative, die Kuh weg zu geben, oder erst richtig mit dem Bauernleben anzufangen. Sie entschieden sich für die zweite Variante und bereuten es nie. Der Hofladen brachte immer mehr Gäste, unter anderem auch arabische Feinspitze. Und daher wundert es wenig, dass im mit Zirbenholz gebundenen Gästebuch die Mehrzahl der Widmungen in arabischer Schrift verfasst sind.

 

Auf diesem Hof ist die Regionalität zu Hause und so schmecken auch die Produkte – einfach authentisch und himmlisch – also nichts wie hin und einfach selbst überzeugen!

 





Produkte vom Hofladen:
  • Marmeladen
  • Liköre
  • Schnäpse
  • Most
  • Fleisch- und Wurstwaren (Speck, Hartwürste, etc. aus Rind Schwein, Wild)
  • Brot
  • Butter
  • saisonale Käsesorten
  • Honig und vieles mehr

Tipp 1: Ein Erlebnis-Tag am Bauernhof

Familie Pichler bietet Hofführungen an. Diese sind nicht nur für Erwachsene sehr interessant, sondern für Kinder äußerst sinnvoll, da sie hier einen Betrieb kennen lernen, der fast ausschließlich mit regionalen Produkten, geführt wird. Im Sommer wird auch 3 bis 4 mal in der Woche Brot im neuen Brotofen vor der Haustüre gebacken. Die Hofführungen sind nur über den Tourismusverband Zell am See buchbar.

 

Tipp 2: „So schmeckt Österreich“

Wer noch mehr Inspiration über GenussRegionsprodukte haben möchte, findet sie im Buch „So schmeckt Österreich“. Es beinhaltet interessante Berichte über das Produkt, Ausflugstipps und Anbieter der Region und ist „garniert“ mit vielen Landschaftsfotos. 

 

 





Melanie Pichler

Die am Augut in Zell am See erzeugten Produkte (Würste, Speck, Marmeladen, Schnäpse, Käse, Honig und mehr) werden direkt am Hof sowie am Dorfmarkt Piesendorf und dem Wochenmarkt Saalfelden verkauft.

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