Zu Gast im Hotel & Gasthof Fürberg am Wolfgangsee

Heute geht’s richtig früh los. Um 6:00 morgens treffe ich Karin und Bernhard Ebner vom Hotel & Gasthof Fürberg am Wolfgangsee. Seit vier Generationen hat die Familie hier das Fischereirecht inne und teilt es sich mit einer zweiten Familie am See.

 

Frische Reinanken aus dem Wolfgangsee

Vor allem der Reinanke ist hier am Wolfgangsee heimisch. Am Abend zuvor hat Bernhard noch die Netze ausgeworfen, wir hoffen auf einen guten Fang! Wir fahren mit einem kleinen Boot in den Sonnenaufgang. Dann heißt es Netze einholen. Das ist keine leichte Arbeit, vor allem wenn der Fang so gut ist wie heute! Rund um uns herrscht absolute Stille, es scheint als ob die Zeit stehen geblieben wäre. Nur die Sonne, die sich langsam hinter dem Schafberg hervorschiebt, zeigt uns, wie die Zeit vergeht. Schließlich steht sie mit gleißendem Licht da und spiegelt sich im Wasser, was die ganze Situation noch außergewöhnlicher wirken lässt. Karin und Bernhard arbeiten mit routinierten Händen die gewohnten Handgriffe ab, ein eingespieltes Team. So ein idyllischer Morgen am See täuscht aber auch über die harte Arbeit hinweg. Fischer sein heißt auch, Verantwortung zu übernehmen, auch bei schlechtem und kaltem Wetter raus auf den See zu fahren. Und eben: früh aufstehen, erklären mir die beiden.
Aber die schönen Momente hier am See nimmt man natürlich auch mit. „Irgendwann einmal ist meine Frau auf die Idee gekommen, dass wir ja hier nach getaner Arbeit eigentlich auch einen Kaffee trinken könnten. Damals habe ich das belächelt, aber dann irgendwann heimlich eine Kanne Kaffee aufs Boot geschmuggelt, und sie damit überrascht. Da hat sie Augen gemacht! Und seitdem machen wir das eigentlich sehr häufig!“ Darum gibt’s heute hier im gleißenden Sonnenlicht mitten am See auch eine Tasse Kaffee, und dann fahren wir zurück zum Gasthof. Schließlich haben wir ja noch etwas vor, wir kochen heute Reinankenfilet mit Schwammerlravioli!

 

Und als Beilage Schwammerlravioli

Die Ravioli bereitet Karin frisch in der Küche zu. Den Teig hat sie schon am Vortag vorbereitet, damit er Zeit hat zu rasten. Die Zutaten, die sie noch braucht: Freilandeier, Schwammerl und Pilze. Die Eier kommen vom gerade einmal drei Kilometer entfernten Adambauern. Den Hof hat erst kürzlich der Sohn übernommen, Alexander Eisl möchte, dass es den Hühnern richtig gut geht. Darum investiert er nun auch noch in einen

mobilen Hühnerstall, damit die Hennen immer frisches Gras um sich haben. Der Wagen

wird dann einfach verschoben, wenn der Rasen von den Hühnern abgegrast ist.

Die Schwammerl und Pilze kommen per Lieferung direkt aus dem Lungau. „Dort hat jede Familie so seine Geheim-Schwammerlplatzerl“, erklärt mir der Lieferant Joe augenzwinkernd. Und eigentlich geht dort jeder Schwammerl suchen. „Was über den Eigenbedarf hinaus geht, wird an den Schwaiger Franz verkauft, der dann wiederum die

Gastronomie beliefert.“
Während wir die Ravioli mit der Schwammerl-Ei-Masse füllen, liegt der Fisch, den Karin

dann gleich in der Früh noch geschuppt und ausgenommen hat, in der Salzlake, damit er

einen gleichmäßigen Salzgeschmack bekommt. Dann lassen wir die Ravioli köcheln und braten den Fisch in der Pfanne ab. Frische Kräuter, direkt aus dem Garten, dürfen natürlich auch nicht fehlen! Und dann darf ich probieren. Mittlerweile ist es Mittag, und ich bekomme einen wunderschönen Platz direkt am See gedeckt. Allerspätestens jetzt verstehe ich, warum Bernhard und Karin behaupten, im Paradies zu leben…

 


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