Gastfreundschaft auf 1.360 Meter Seehöhe

Sagenumwoben ist es, das Grenzgebiet von Gasteiner- und Salzachtal im Salzburger Land. Drei fromme „Waller“ seien ins Heilige Land gepilgert, um auf den Spuren des Herren zu gehen. Ihr beschwerlicher Rückweg war geprägt von Unglücken, nur ein letzter Wunsch erfüllte sich den Dreien noch, ehe ihr Herz aufhörte zu schlagen: Sie erreichten die Anhöhe der heute nach ihnen benannten Drei-Waller-Kapelle und konnten noch einen letzten Blick runter in ihr herzallerliebstes Gasteiner Tal werfen.

Hoch hinauf durch Fels und Stein

Hätte es sie nur damals schon gegeben, die Kögerlalm. Diese 15 Minuten Fußweg hätten die Waller allemal noch auf sich genommen, zumal es dorthin von der 1592 errichteten Holzkapelle aus sogar schon wieder bergab geht.

700 Höhenmeter legt zurück, wer sich vom Ortszentrum Dorfgasteins aus zur Kögerlalm auf den Weg macht. Nach dem Ortsteil Unterberg geht’s so richtig los für die Wadln, Pedalritter erwartet auf dem rustikalen Terrain der Forststraße ein anspruchsvolles Geläuf – wer’s tatsächlich in zwei Stunden zu Fuß oder mit dem Mountainbike durch Fels und Stein schafft, ist die Sache jedenfalls sehr sportlich angegangen. Verständlich, dass manch einer sich auf diesem Weg mehr Zeit nimmt, begleitet einen doch stets dieses herrliche Panorama mit imposantem Ausblick ins Gasteiner Tal und die umliegende Bergwelt.

Etwas schneller geht’s für Wanderer vom Embacher Ortsteil Stoffdörfl aus, zirka 90 Minuten sollte man für diese Strecke einplanen. Gar in einer Stunde ist die Kögerlalm vom Uferbauer in Lend aus zu erwandern.

Auf die Pirsch und Mahlzeit: Gastfreundschaft auf 1.360 Meter Seehöhe

Angekommen bei Gastgeberin Wetti Saller auf der Kögerlalm sind jegliche Strapazen schnell vergessen. Neben Alm-Klassikern wie der „Brettljausn“ gibt es auch viele warme Gerichte der Hausmannskost und das Highlight immer Sonntags: Schweinsbraten mit Sauerkraut, Kartoffeln und Knödel. Und wie versteht sich Gastfreundschaft aus der Sicht von Chef Martin Saller? Der Jäger bietet Interessierten die Gelegenheit zur Jagd im Revier des Hausherren – Respekt und Waidmannsheil!

2011 ist die legendäre, alte Hütte abgebrannt. Attraktiver denn je steht die neue Holzkonstruktion heute hoch oben auf Lender Gemeindegebiet, Jagd-Trophäen zieren die Wände – das faszinierende Bergpanorama, unverändert.

Bioprodukte aus der eigenen Landwirtschaft

Nach ihrem Wiederaufbau wurde die Kögerlalm 2013 als erste „Genussalm“ des Salzburger Landes ausgezeichnet. Die Ehre gebührt, da hier ausschließlich Bio-Produkte aus eigener Erzeugung angeboten werden. Inzwischen bereichern die Alm eine eigene Käserei und ein Käsekeller. Als Lieferant fungiert der eigene Hof, der Lehenbauer. Dieser liegt auf dem Sonnenplateau des Buchbergs, wird seit fast 30 Jahren als Vollerwerbsbetrieb organisch-biologisch geführt und unterwirft sich als Mitglied von „Bio-Austria“ strengen Vorgaben in Sachen Futtermittelproduktion, artgerechter Tierhaltung und Fütterung.

Tipp: Jeden letzten Sonntag im Monat findet auf der Kögerlalm ab 14:00 Uhr ein Musikantenstammtisch statt. Und: Am 15. August lädt Familie Saller zur Veranstaltung „Tanzen und Singa auf der Alm“.

 

 

 

Barbara und Martin Saller

Zum Betriebe der Familie Saller gehört neben dem biologisch bewirtschafteten Lehenbauerhof in Bishofshofen auch die Kögerlalm im Gasteinertal.

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